Wolkenschauen

August 24, 2009 at 6:44 (Prosa)

Hier am Boden fühle ich keinen Wind, doch in kann ihn in den Bewegungen der Wolken erkennen. Der Boden unter mir ist kalt, das Kissen unter meinem Kopf ist weich. In meinem Magen liegt ein mächtiges Abendessen. Es macht mich schläfrig, lässt meinen Blick unscharf werden. Aber es gibt in Wolken eh nicht viel zu sehen. Eher so viel, dass die Masse der Erkenntnisse in sich  zusammenfällt und nichts übrig bleibt, wie beim mischen vom Farben. In der Physik, nicht in echt. Heute Abend sind die Wolken nicht weiß, sondern Schattierungen von grau. Drehe ich den Kopf nach links formen sie ein Meer, eine unruhige, formlose Einheit. Direkt über mir ziehen sie wie eine Armee aus Nebelwesen vorüber, weder zum Sonnenuntergang hin, noch von ihm weg, als hätten sie einen Feind am Horizont und die Sonne sei der Schiedsrichter. Nebel. Bei Nebel denke ich an zu hause. Ich habe mehrere zu Hauses. Vor ein paar Monaten habe ich eines verloren, vor einer Weile habe ich ein weiteres gefunden. Der Nebel erinnert mich an Berge und Täler, an nackte Felsen und Moos, aber vor allem an sich selbst, an eine undurchdringliche Wand aus weiß und grau, die die Menschen in ihre Häuser sperrt. Jetzt beginnt die Sonne ihr abendliches Feuer. Anders als zu hause wird sie nicht bis zum nächsten Tag brennen, sie wird untergehen und wiederkehren. Manchmal vermisse ich die tief rote Sonne um Mitternacht.

Es wird immer kälter. Ich sollte reingehen. Aber etwas in mir möchte nicht, es möchte liegen bleiben, in die Wolken und dann in die Nacht blicken. Für immer. Aber nicht heute.

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August 9, 2009 at 3:21 (Poesie)

Flüsterpraxis
du siehst es genau
zwischen den Zeilen versteckt
zwei Worte hier
eine Strophe da
Flüsterpraxis
ungehört und unentdeckt
es hört ja niemand zu
doch trotzdem so leise
ist das Angst
wer zugibt wirft den Stein
er könnte treffen
denn jeder Stein fällt
manchmal auch auf dich

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Januar 12, 2007 at 10:19 (Uncategorized)

wieso?
Frage ohne jeden Sinn.
Du hast es gewollt
Antwort ohne ganze Wahrheit
denn wenn nicht ich
wer dann
wessen Bewegung, wessen Gedanken
wenn nicht die meinen
wessen Zuckung, wessen Gefühle.
sie gehören nicht wirklich mir
bin nur der Zuschauer hinter den Augen.

stahl ist kalt
haut ist warm
die klinge ist scharf
es gibt keinen Schmerz
nur vages Empfinden
der Wunsch nach mehr.

was bewegt sich ohne Hast
vor dem Fenster hin und her
nur Schatten in der Finsternis
keine Bewegung wenn ich schaue
kein Gedanke dem ich traue
Rauhreif überzieht das Glas
Frost kriecht durch die Welt
nichts ist mehr vor dem Fenster
geliebte Sternenlichtgespenster
gibt es nichts mehr was euch hält?

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Januar 8, 2007 at 9:19 (Uncategorized)

Zwei Juwelen verschieden
in Gold eingefasst
gelöst vom Licht des Tages
glühend in der Nacht
und stetig zögernd schreited
die Körper die sie sind
sich vor dem Mond entgegen
bis sie zusammen sind.
Sie tauschen zärtlich den letzten Wein
die Zungen die sich finden
mit den Armen stets verbunden
dies dunkle Frauenpaar.

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Dezember 30, 2006 at 1:50 (Uncategorized)

Ein Traum.

Wenn man Federn am Boden findet
was erwartet man zu finden
wenn der Himmel ewig dunkel bleibt
kein Vogel scheit
nichtmal inden dunkelen Ecken
faucht dein letzter Alptraum
sondern alles bleibt still
und am eigenem Herzschlag
werde ich langsam verrückt
denn ohne den eigenen Tod
hört er niemals auf
und sterben will ich nicht
nicht im Moment.

Der Himmel wird zur Erde
von innen kehrt er sich nach Außen
doch die Schatten werden immer bleiben
sie folgen der Mutter Dunkelheit
und dies ist ein Traum
also sind die Schatten kalt
wann immer meine Füße sie berühren
und dann bewegen sie sich herum
bilden ein Muster
wollen nicht gehen.

In den Träumen kann man nur vorwärts gehen
und am Ende ist immer ein Abgrund
eine Klippe
oder schlichtweg das Ende
mehr als Schwarz
ganz einfach nichts
und wenn ich den letzten Schritt mache
wache ich auf
kann es dann kaum glauben
und dann werde ich mir wieder bewusst
wie laut das Herz doch schlägt.

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Dezember 30, 2006 at 1:17 (Uncategorized)

Menschen sind Spiegel
sie reflektieren und glänzen
zerbrechen und fallen
doch jede kleine Scherbe
wirft ein Spiegelbild zurück
und jeder tief gestürzte Mensch
kann oft noch was empfinden.

Ich fühle mich von mir selbst verraten
denn eigentlich bin ich schon weiter gegangen
und wenn ich zur Seite sehen könnte
dann würde ich dich sehen
Seelenfreundin die du bist

doch ich kann den Kopf nicht drehen
viel zu abgelenkt
vom Krieg in meiner Seele.

Im Herzen da gibt es hohe Mauern
eiserne Tore und tiefe Gräben
in jeder Festung gibt es ein Bild
dort behalten wir unsere Liebsten.

Doch eine hat sich abgewandt
die anderen Burgen verraten
widersteht dem Wunsch nach Frieden
gibt den sinnlosen Traum nicht auf.

Ich muss das irgendwie allein überstehen
aber wie bekämpft man sich selbst
ohne dabei zu verbluten?

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Dezember 30, 2006 at 12:38 (Uncategorized)

Synchron mit meinem monotonen Puls
tickt die alte Taschenuhr
nicht weil der Körper es braucht
sondern weil es der Mechanismus so will-
besteht zwischen uns da ein Unterschied?

In der Schublade liegt ein Cutter
hab’ ihn mal irgendwo geklaut
die abartig scharfe Klinge ruft
und während mir die Augen tränen
stelle ich mich taub.

Nebenan schlägt einer die Türe zu
der ganze Raum vibriert
und in einer großen Flasche
da zittern die Prozente
verheißen gnädige Ruhe im geist
und den langsamen Tod
genau wie die fernen Tabletten.

Alles ruft doch förmlich nach mir
aber ich kann mich nicht bewegen
selbst dazu fehlt mir manchmal die Kraft.

Und so blebt nichts mehr als warten
als das vage graben in der kalten Erde
am schlichtem Grab der Hoffnung
und schaue ich auf
so sehe ich dich
als Zierde des Grabes
mit geschnittenen Flügeln
du letzter Engel.

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Dezember 30, 2006 at 12:19 (Uncategorized)

Weiß ist das Blatt
fein säuberlich daneben liegt der Stift
und das intensive Starren
ist schon die Routine.

Der Tee wird kalt in seiner Tasse
auf der Heizung dreht sich die Katze herum
und eigentlich ist die Welt in Ordnung
solange man nicht atmet.

Einmal Luftholen hält mich für Sekunden am Leben
bringt die Möglichkeit um mich zu sehen
hinein in die Lichtung des Tages
hinaus in die Welt.

Doch atmen macht die Abhängig
bindet dich dein ganzes Leben
an den nächsten Atemzug
und keiner will dien letzter sein.

Das Blatt es ist noch immer weiß
die Tinte tropft auf den Tisch
meine Augen schauen nirgendwo hin
und alles st Verschwommen.

Ich denke daran wie deine Stimme klingt
und daran was ich von dir las
und jeden zweiten Herzschlag
da möchte ich es vergessen
und trotzdem klammer ich mich dran fest
denn sollte ich es einmal vergessen
so bräuchte ich nicht mehr zu atmen.

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Dezember 29, 2006 at 11:10 (Uncategorized)

Wieder kann ich es fühlen
die Unruhe in mir
denn bald ist es soweit
bald bin ich bei dir.

Wegen dir wollte ich sterben
für dich hätte ich gekämpft
und deinen Augen sah ich mich selbst
mein elend liebes Spiegelbild.

Weil ich mich selbst belog
tatst du mir so furchtbar weh
und dann in ein, zwei Tagen
wenn ich dich wieder seh’
wird das Leid verschwinden
werd’ ich dich lächeln sehn?

Der Pathos frisst mich langsam auf
Abscheu vor mir selbst
ich will all diesen Unsinn nicht
aber will ich mich denn wehren?

Verdammtes Herz
Nutzloser Geist
ich hasse dich – damit du’s weißt
ich liebe dich so sehr
verdammte, dumme Schreiberei
schau mich nur wieder an
das Eisblau deiner Augen
und alles wird schon wieder gut
in meinem Leben werden.

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Dezember 29, 2006 at 6:31 (Uncategorized)

Fragiles Bauwerk
schwankt wie ein schiefer Turm
bekommt Sprünge
zerfällt unter wachsamen Augen.

Unsere Worte
ein so kurzlebiges Fundament
nicht mehr als Zeugen des AUgenblicks
nur Zeilen auf dem Bildschirm
nur verwehtes Blätterwerk
nur eine ewige Distanz.

Was nützt all das balancieren
wenn der Wind an einem zerrt
was hilft das langsame schneiden
damit man nocheinmal die Sonne sieht
bevor sich mit den Augen
auch die Hoffnung verschließt?

Pfade verwittern
Kabel nutzen sich ab
Worte verklingen
Erinnerungen bleiben
dein größtes Vermächtnis.

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